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Social Network – Hype oder Zukunft der Kommunikation?

In Sozialen Netzwerken wie Twitter, StudiVZ und Facebook kommunizieren immer mehr Menschen. Allein bei Twitter gibt es in Deutschland derzeit 1,8 Millionen Nutzer. Was bedeutet das für unser Leben? Drei Experten geben Antworten auf Thesen zur digitalen Zukunft. Von Nora Jakob.

Name Karsten Wenzlaff Jo Groebel Markus Beckedahl
Geboren 1980 1950 1976
Nennt sich Social-Media-Redakteur bei vorwärts.de Medienprofessor Technologie-Evangelist
Beruflich knüpft er Verbindungen zwischen Politik und Wählern beobachtet er die Medien gründete er die Internetkonferenz re:publica und eine Internetagentur
Aktiv in ungefähr 250 Netzwerken, wie Twitter und Xing einige Online-Netzwerke wie Twitter und Facebook, daneben auch institutionalisierte und informelle Netzwerke offline und online Netzwerken wie Facebook und Netzpolitik.org
Im Netz zwischen 12 und 16 Stunden am Tag um die zwei Stunden am Tag ungefähr 14 Stunden pro Tag

Schneller, einfacher und lieber – so kommuniziere ich im Social Network

Karsten Wenzlaff: Meine Kommunikation hat sich durch das Internet so stark beschleunigt, dass mir teilweise langweilig wird, wenn ich auf klassische Weise kommunizieren muss. Kommunikation_Social
Groebel_SocialNetwork Jo Groebel: Sehr gerne. Aber gleichwertig mit anderen Kommunikationsmitteln. In Sozialen Netzwerken kommuniziere ich nicht schneller, einfacher oder lieber.

Ich bin da zu Hause, wo ich eingeloggt bin

Markus Beckedahl: Im Internet fühle ich mich nicht zu Hause, es gehört zum Leben wie Luft und Strom. ZuHause_Beckedahl
Groebel_Zuhause Jo Groebel: Nein, ich bin da zu Hause, wo ich mich physisch aufhalte.

Eine Netz-Identität wird konstruiert, die der Realen nicht standhalten kann

Markus Beckedahl: Auch im Realen kann man sich verschiedene Identitäten konstruieren. Nur kann ich mich im Netz auch als Hund ausgeben. Beckedahl_Identität
Identität_Wenzlaff Karsten Wenzlaff: Diejenigen, die im Netz nicht authentisch sind, müssen gar nicht ins Netz gehen. Das heißt: Die reale Identität muss sich in der virtuellen widerspiegeln.

Ständig auf standby, aber die Erreichbarkeit nimmt ab

Karsten Wenzlaff: Man muss sich auch Zeit nehmen nicht erreichbar zu sein. Als mündiger Bürger muss man genauso gut seinen Online-Konsum kontrollieren, wie man seinen Alkoholkonsum kontrolliert. Wenzlaff_Erreichbarkeit
Groebel_Stand-By Jo Groebel: Die Erreichbarkeit nimmt zu.

Im Netz habe ich viele Freunde und doch bin ich allein

Karsten Wenzlaff: Man darf die Netzfreunde nicht einfach nur als Bekanntschaften oder nur als eine Zahl sehen, nach dem Motto: „Ich habe 1500 Facebook-Freunde“. Auch mit diesen Leuten muss man in Kontakt bleiben. Doch Netzfreunde sind nicht immer echte Freunde, das ist ganz klar. IMG_0105
Netzfreunde_Groebel Jo Groebel: Ich habe viele Freunde im Netz, die auch in der Realität meine Freunde sind.

Die Beweglichkeit im virtuellen Raum verringert die Beweglichkeit in der Realität

Karsten Wenzlaff: Durch die Bewegung im virtuellen Raum oder im Social Network bin ich viel mehr unterwegs. Internet heißt nicht zu Hause vor dem Rechner sitzen, sondern mit anderen Leuten zu kommunizieren. Dazu gehört manchmal auch der face-to-face Kontakt. IMG_0106
Beweglichkeit_Groebel Jo Groebel: Gerade durch das Internet wird man doch animiert, Leute zu treffen, die man vorher nur aus dem Netz kannte.

In 10 Jahren gibt es die Kneipe um die Ecke nicht mehr, wir treffen uns alle im Netz

Karsten Wenzlaff: Es wird bestimmt auch virtuelle Kneipen geben, wo man vielleicht virtuell zusammen ein Bier trinkt, aber physisch nicht am gleichen Ort sitzt. Aber das Schönste bei den Sachen, die irgendwie mit Web 2.0 zu tun haben, ist dann doch, wenn man die Leute aus der virtuellen Welt in der Realität trifft. Bier_Wenzlaff
Bier_Beckedahl Markus Beckedahl: Und wo trinken wir dann Bier? Klar, gibt es noch Kneipen. Aber hoffentlich nicht mehr die bei mir um die Ecke, die spielt immer so nervige Musik.

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