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Mobil für den Job

Mehr Pendler, mehr Umzüge, mehr Jobwechsel: Seit den Neunziger Jahren hat sich der Arbeitsmarkt in Deutschland stark verändert. Ein Überblick, erklärt am Beispiel von Berlin und Brandenburg. Von Wolfgang Kerler, Oskar Piegsa und Lena Diesing

In Berlin kommt jeder fünfte von außerhalb
In Berlin kommt jeder fünfte von außerhalb.
Foto: Anne Weißschädel

Mehr Pendler
Wer nicht an dem Ort bzw. in der Stadt arbeitet, in der er wohnt, ist ein Pendler. So sieht es die Bundesagentur für Arbeit. In ganz Deutschland gibt es immer mehr davon, 40 Prozent aller Arbeitnehmer pendeln. Berlin ist ein Beispiel für diese Situation. Etwas mehr als eine Million Menschen arbeiten dort. Jeder Fünfte davon wohnt gar nicht in der Stadt, sondern pendelt zur Arbeit. Zum Vergleich: Mitte der Neunziger kam nur jeder Zehnte von außerhalb.

Die Gründe für die gestiegenen Pendlerzahlen: Viele wohnen lieber im Grünen als in der Großstadt. Andere haben keine andere Wahl. Im ländlichen Brandenburg beispielsweise fehlen Jobs. Deswegen nehmen viele Leute eine sehr weite Anfahrt auf sich: Jeder fünfte Brandenburger, der nach Berlin pendelt, braucht sogar länger als eine Stunde für eine Strecke.

Mehr Umzüge
Wer nicht pendeln will, muss umziehen. In der Umgebung von Berlin wohnen heute mehr Personen als noch Mitte der Neunziger Jahre. Jeder Zehnte ist heute hinzugezogen. In den Gebieten am Rande von Brandenburg leben heute dagegen weniger Einwohner als 1995. Hier ist jeder Zehnte weggezogen. Dieser Abwanderungs-Trend gilt für alle neuen Bundesländer. Paradox: Brandenburg insgesamt ist das einzige Bundesland im Osten, in dem die Bevölkerungszahl seit der Wende gestiegen ist. Die Zuzüge in den Berliner Speckgürtel übersteigen nämlich die Abwanderungen aus dem ländlichen Teil.

Interne Links:
Tante Emma on the Road: Mobile Supermärkte versorgen Brandenburg
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